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„Nichts scheint ihr unmöglich.“

* Name: Habiba al-Askari * Herkunft: Gaza * Alter: 4 Jahre * Indikation: Verlust von drei Gliedmaßen infolge einer schweren Erkrankung * Aktueller Aufenthaltsort: SOS Kinderdorf in Amman, Jordanien * Prothetische Versorgung und Rehabilitation: Orthopädiefachbetrieb MaFaZ * Hilfsprojekt: initiiert und unterstützt von der Ottobock Global Foundation *

Hilfsprojekt eröffnet Habiba aus Gaza eine neue Zukunft.

Habiba from Gaza
Physiotherapeut Hanni Almaseer trainiert mit Habiba im Versorgungszentrum MaFaZ (Amman, Jordanien) am Barren.

Montag, 20. Juli 2026

Habiba war drei Jahre alt, als sie im Februar 2025 nach Jordanien kam. „Mit ihren leuchtenden Augen und ihrer kindlichen Leichtigkeit haben wir sie sofort alle ins Herz geschlossen“, erklären Orthopädietechniker Mohammed Tamimi von MaFaZ und Ottobock Area Manager Waleed Lahham, die ihre Entwicklung seitdem begleiten. Wer Habiba heute lachen sieht, ahnt kaum, welches Schicksal sie in Gaza erlebt hat. Aufgrund einer schweren Erkrankung hat sie beide Arme und ein Bein verloren. Heute trägt sie dank eines gemeinsamen Hilfsprojektes von der Ottobock Global Foundation, dem Patient Care Betrieb MaFaZ und dem SOS Kinderdorf in Amman eine Beinprothese – ein erster Schritt in eine unbeschwertere Zukunft.

Von Gaza nach Amman

Habiba stammt aus Khan Yunis, etwa 30 Minuten entfernt von Gaza Stadt. Anfang 2025 stellten die Ärzte in Gaza erhöhte Entzündungswerte und einen Vitamin D-Mangel bei ihr fest. In der Folge erlitt sie Thrombosen, die schwere Durchblutungsstörungen in den Armen sowie im rechten Bein verursacht haben. Die medizinische Infrastruktur in Gaza war zu diesem Zeitpunkt bereits so stark zerstört, dass keine angemessene Versorgung im Krisengebiet möglich war. Habibas Zustand verschlechterte sich weiter und ihre Familie bangte um ihr Leben. Verzweifelt wandten sich ihre Eltern über soziale Medien an die Öffentlichkeit.

Auf diesen Hilferuf reagierte der jordanische König Abdullah II. Seine Majestät ordnete persönlich ihre Evakuierung nach Jordanien an – für Habiba und ihre Familie eine ganz besondere Ehre und zugleich ein Hoffnungsschimmer nach den traumatischen Ereignissen. Auf Initiative des jordanischen Königshauses arrangierten die königliche Hofkanzlei Royal Hashemite Court und die NGO Restoring Hope ihre Ausreise. MaFaZ unterstützte diese Mission mit fachlicher Expertise und dem orthopädietechnischen Netzwerk in Amman.

Der Royal Medical Service (RMS) begleitete Habiba mit ihrer Mutter und ihrem 12-jährigen Bruder Suhaib nach Amman. Habibas Mutter berichtet von einer angsterfüllten und erschöpfenden Reise: „Erst als wir die Grenze nach Jordanien erreicht haben und in das Flugzeug steigen konnten, fühlten wir uns sicher. Ich konnte endlich wieder atmen.“ Im King Hussein Medical Center in Amman mussten Habibas Gliedmaßen amputiert werden. Sie fragte ihre Mutter immer wieder, wo ihre Hände und ihr Bein seien. „Sie sind im Himmel“, lautete ihre Antwort. Aber Habiba wollte nicht aufgeben und findet jetzt Schritt für Schritt in ihre Welt zurück.

Bereits wenige Wochen nach ihrer Amputation versorgten sie Mohammed Al Tamimi und Physiotherapeut Hanni Almanaseer mit einer Beinprothese, die ihr die Ottobock Global Foundation im Rahmen des gemeinsamen Hilfsprojektes gespendet hat. Dem Team von MaFaZ liegt es besonders am Herzen, Habiba auch psychologisch zu begleiten, um ihr mit der neuen Versorgung ein Stück ihrer Kindheit zurückzugeben. „Vom ersten Tag an hat Habiba all unsere Erwartungen mit ihrer unglaublichen Energie übertroffen“, berichtet Mohammed Al Tamimi begeistert.

Nach sechs Monaten der körperlichen Rehabilitation engagierte sich König Abdullah II. dafür, dass Habiba mit ihren Angehörigen in das SOS Kinderdorf einziehen konnte. Im engen Austausch mit MaFaZ ermöglichte ihr das Königshaus den Übergang aus einer klinischen Umgebung, um sie weiter in ihrer psychischen Rehabilitation zu unterstützen.

Dort erobert sie ihre Kindheit wieder auf eigenen Beinen: „Es macht mir so viel Spaß mit den anderen Kindern zu toben und zu singen“, erzählt Habiba und tanzt dabei mit ihrem rosa Kleid durch ihr Zimmer.

Habibas Neuanfang

Noch vor eineinhalb Jahren standen Habiba und ihre Familie vor einer scheinbar hoffnungslosen Situation. Als ihre Mutter heute von den Fortschritten ihrer kleinen Tochter berichtet, stehen ihr Freudentränen in den Augen: „Unsere abenteuerliche Reise hat ein glückliches Ende gefunden. Habiba ist so aufgeweckt und redet unentwegt – mit Gleichaltrigen im SOS Kinderdorf ebenso wie mit uns Erwachsenen. Nichts scheint ihr unmöglich.“ Und Habibas Zukunftsträume zeigen, wie weit ihr Blick schon wieder reicht: Sie möchte Ärztin werden und anderen Kindern helfen. Noch mehr wünscht sie sich aber, dass ihre Familie wieder komplett ist: „Ich vermisse meinen Vater. Er ist noch in Gaza.“ Doch eine Rückkehr in ihre Heimat wäre für Habiba aktuell körperlich zu herausfordernd.

„Gemeinsam mit Ottobock arbeiten wir jetzt an einer Lösung, um sie auch mit Armprothesen zu versorgen“, erklärt Mohammed Al Tamimi. Dieser Schritt ist bereits in Vorbereitung: Die Teams von Ottobock und MaFaZ prüfen, welche technischen Möglichkeiten für Habiba geeignet sind und wie zwei Armprothesen ihr künftig zu mehr Selbstständigkeit im Alltag helfen können. Für Habiba wäre das ein wichtiger Fortschritt – vor allem, weil sie so ihrer Leidenschaft wieder nachgehen könnte. Ihre Mutter erzählt, wie gern Habiba zeichnet und wie sehr sie sich wünscht, eines Tages wieder Stifte halten zu können.

„Was wir zusammen im Oktober 2025 begonnen haben, möchten wir jetzt fortsetzen und noch vielen Kindern wie Habiba Momente schenken, in denen aus Unsicherheit Zuversicht wird“, so die gemeinsame Aussage der Ottobock Global Foundation, MaFaZ und des SOS Kinderdorfs.


Über das Hilfsprojekt

Um versehrten Kindern aus Gaza einen Teil ihrer Kindheit zurückzugeben, hat die Ottobock Global Foundation im Rahmen der Spendenaktion „Hilfe für die Kinder von Gaza“ ein Soforthilfeprojekt für eine medizintechnische Erstversorgung in Jordanien gestartet. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Medizintechnik-Spezialisten MaFaZ und dem SOS Kinderdorf in Amman versorgen sie Kinder aus Gaza in sicherer Umgebung mit Prothesen und Orthesen. Lesen Sie mehr dazu unter diesem Link!


Wenn auch Sie die Hilfsaktion „Menschen in Not – Hilfe für die Kinder von Gaza“ unterstützen möchten, zahlen Sie Ihre Spende bitte auf folgendes Sonderkonto ein:

Ottobock Global Foundation

Deutsche Bank

IBAN: DE55 1007 0000 0937 0370 00

BIC: DEUTDEBBXXX

Stichwort: „Menschen in Not – Hilfe für die Kinder von Gaza“

Auf dieser Seite informieren wir regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Hilfsaktion der Ottobock Global Foundation Menschen in Not – Hilfe für die Kinder von Gaza. Verfolgen Sie auch unsere Social Media Aktivitäten auf Facebook und LinkedIn. Oder besuchen Sie uns auf der Website der Ottobock Global Foundation. Wir freuen uns über ein Like!

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